Messwerterfassung
Messwerterfassung
In der Mess- und Automatisierungstechnik werden heute überwiegend 'digitale' Messwertgeber zur Positionswerterfassung eingesetzt. Man unterscheidet im wesentlichen zwei Messverfahren:

Absolute Meßwerterfassung

Bei diesem Messverfahren ist jeder Punkt der Messstrecke / Winkel durch eine eindeutige Signalkombination gekennzeichnet. Diese codierte Information ist auf einem Träger aus Glas- oder Kunststoff, in Form von Hell- / Dunkelfelder, auf 1 bis n Spuren aufgebracht. Die Information je Winkelschritt / Messpunkt wird durch die unterschiedlichen Hell-Dunkel-Kombinationen (Codierung) eindeutig und absolut dargestellt. Wie bei der inkrementalen Messwerterfassung wird auch hier die Information auf dem Informationsträger - der Codescheibe - durch ein optoelektronisches System abgetastet.. Der Positionswert steht auf diese Weise direkt als binärer Wert zur Verfügung, nachgeschaltete Zähler entfallen.

Vorteile der absoluten Messwerterfassung

Bei diesem Verfahren ist keine dauerhafte Verfälschung der Messwerte durch elektrische Störungen oder Netzausfall möglich. Auch Bewegungen in spannungslosem Zustand werden beim Einschalten sofort erfasst und der korrekte Positionswert steht zur Verfügung.

Inkrementale Meßwerterfassung

Das Prinzip der inkrementalen Messwerterfassung ist die Abtastung einer Strichgitterteilung auf einer Glas- oder Kunststoffscheibe. Die Zustände der Strichgitterteilung ( Hell oder Dunkel / Durchlicht oder kein Durchlicht ) werden durch eine optoelektronische Abtasteinheit in elektrische Signale umgewandelt (z.B. Durchlicht = 5V, kein Durchlicht = 0V). Diese Signale entsprechen dem binären Zustand '0' oder '1' und werden in einem nachgeschalteten Zähler addiert oder subtrahiert. Das Summenergebnis steht in digitaler Form zur Verfügung und kann sofort in einem Rechner verarbeitet werden.

Nachteile der inkrementalen Messwerterfassung

Dieses Verfahren weist jedoch systembedingte Mängel auf. Fehlinformationen, verursacht z.B. durch Störimpulse oder verlorengegangene Impulse bei Wegfall der Versorgungsspannung, führen zur Verfälschung des Summenergebnisses im Zähler oder Akkumulator. Ein oftmals aufwendiges Anfahren des Referenzpunktes ist notwendig. Aufgrund dieser Tatsache wird bei Anwendungen, bei denen eine hohe Zuverlässigkeit des Positionswertes verlangt wird oder bei denen Referenzfahrten aufwendig oder sogar nicht möglich sind, die absolute Messwerterfassung bevorzugt.